180.000 Besucher gratulierten der Brücke

Unterstützt von gutem Wetter feierten die bergischen Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal zwei Tage lang »ihre« 100jährige Lady. Skeptisch blickten die ersten Besucher am Samstag morgen gen Himmel. Na, wird sich das Wetter halten? Die Eröffnungsreden von Solingens neugewähltem OB Ulrich Uibel und des Ministerpräsidenten Johannes Rau (Bild rechts) waren noch von grauen Wolken überschattet. "Brücken sollen Menschen zusammenführen", betonte der NRW-Landesvater in seiner 15minütigen Rede, nur um von einem lauten Donner unterbrochen zu werden.



Doch es war kein nahendes Gewitter, sondern die erste Dampflok des Tages, die Raus Rede störte. Mit einem lauten Pfiff begrüßte sie die Besucher im Tal der Wupper und zog die Blicke auf sich. Und offenbar hatte die historische Dampfmaschine sogar die Sonne aufgeweckt. Die über 180.000 Besucher erfreuten sich bis in die späten Abendstunden am Fest im sommerlichen Wetter.

Unter der Müngstner Brücke bot sich dem Besucher ein buntes Programm. Live-Bands animierten zum Tanzen, Gaukler und Zauberer schafften eine Jahrmarkt-Atmosphäre. Hier kamen die kleinen Gäste ganz groß heraus. Denn jeder gute Künstler braucht seine Helfer: Jonglieren mit Hilfe des »Meisters« ließ Kinderherzen ebenso höher schlagen wie Fabeltiere aus Luftballons formen. Viele Stände boten Souvenirs: Die 100jährige Brücke erschien auf Postkarten, T-Shirts, Briefmarken, Lebkuchen und Sektflaschen. Ein schönes Andenken, aber auch, wie so mancher kritisch anmerkte, Vermarktung pur.

Auch verhungern brauchte unter der Brücke niemand. Mehr als fünfzig Imbißstände boten ein reichhaltiges Angebot. Die Hauptattraktion des gesamten Festes - unter der Brücke, aber natürlich auch auf den beteiligten Bahnhöfen - bildeten die historischen Sonderzüge: Transeuropa Express (TEE), Orient Express, Dampfloks (Bild rechtes eine 2.000 PS starke »41360«) und ein Schienenbus begeisterten die Zuschauer, vor allem aber auch jene Familien, die in den historischen Zügen durch die grünbewaldete bergische Strecke anreisten. Die beste Sicht auf die fahrenden Züge hatte man von der Behelfsbrücke, die das Technische Hilfswerk (THW) im Vorfeld errichtet hatte. Von dort aus wurde jeder Zug lautstark bejubelt.

Auf die Lasershow mußten die Besucher aufgrund technischer Probleme lange warten. Viele vertrieben sich die Zeit an den zahlreichen Bierständen.