Das Geheimnis des goldenen Niets

100 Jahre wird die Müngstener Brücke alt. Und mindestens genauso lange rankt sich eine Legende um sie: Auf der Suche nach dem goldenen Niet: Irgendwo zwischen den 934.456 Nieten, die die Eisenstangen der Brücke zusammenhalten, soll sich ein Niet aus purem Gold befinden. Das hat schon manchen zu waghalsigen Kraxeleien veranlaßt. Zuletzt hat sich im Sommer 1992 ein Kamerateam des Westdeutschen Rundfunks auf Schatzsuche begeben. Ohne Erfolg, für den abendfüllenden Spielfilm "Der goldene Niet" mußte Goldlack herhalten. Selbst die Sanierungstrupps der Deutschen Bahn AG, die die Brücke samt Niete regelmäßig überprüfen, sind noch nicht fündig geworden.

Jetzt ist der Remscheider Hobby-Eisenbahner Adolf von Berg auf Gold gestoßen. Er will den Niet gefunden haben, zumindest auf dem Papier. In seinem Buch "Die Thalbrücke bei Müngsten", das zum Brückengeburtstag im Buchverlag des Remscheider General-Anzeigers erschienen ist, prangt sein Beweisstück auf Seite 127: Ein Entwurf für die Gedenktafel, die zu Ehren Kaiser Wilhelms im Brückenbogen am 22. März 1897 angebracht wurde. In der Mitte gehalten von einem doppelt feuervergoldeten Niet, geschlagen vom Geheimen Baurat Brewitt der Königlichen Eisenbahndirektion Elberfeld! Ob das Goldstück allerdings noch heute in der Müngstener Brücke steckt, weiß Adolf von Berg nicht: "Geschlagen ist er auf jeden Fall. Man kann ihn aber sehr schlecht finden, denn er ist von mindestens acht Lackschichten verdeckt." Oder, räumt der Brücken-Forscher ein, die Sanierungstrupps hätten ihn längst ausgewechselt.

Und noch einen (fast) goldenen Niet gibt es. Den kann man nicht finden, sondern nur gewinnen, und das auch nur beim Brückenfest: Am Bahnhof Solingen Schaberg dreht die Deutsche Bahn AG das Glücksrad mit dem goldenen Niet ...