Prinz Leopold kam zum Einweihungsfest

Tausende zogen am Einweihungstag (Bild links: Einweihung der Brücke) bei schönstem Sommerwetter zur Brücke. Die Stadt glich einem Fahnenmeer, die damalige Kaiserstraße (Hauptstraße), die für den Fahrverkehr gesperrt wurde, einer Allee von Tannen- und Lindenbäumen. Die Büros der Stadt blieben geschlossen. Der Zug mit den Ehrengästen lief um 9.55 Uhr im Hauptbahnhof ein. Solingens Oberbürgermeister Dicke und Remscheids Oberbürgermeister Bohlen standen mit den Stadtverordneten und anderen Honoratioren bereit, die Ehrengäste zu empfangen.

Neben dem Prinzen Leopold von Preußen als Vertreter des Kaisers waren dies unter anderem dessen Adjutant, Freiherr von Esebeck, die Minister von Zhielen und Dr. von Miquel, der Oberpräsident der Rheinprovinz, Nasse, Regierungspräsident Freiherr von Rheinbaben, Eisenbahndirektionspräsident Dieck und Landrat Dönhoff. Nach einer Musikkapellendarbietung bestiegen alle Ehrengäste wieder den Zug. Er fuhr nach Müngsten auf die Brücke. Alles stieg aus. Der leere Zug fuhr wieder von der Brücke. Die obligatorischen Festreden wurden gehalten. Es erklangen Hochrufe. Böllerschüsse krachten. Danach bestiegen die Ehrengäste wieder den Zug und fuhren nach Remscheid. Auch dort gab es ein großes Volksfest.
Weiter ging es mit Kutschen zur Kaffeepause an die Remscheider Talsperre und wieder zurück nach Müngsten. Der Prinz fuhr allein mit seinem Wagen durch das Menschenspalier bis unter die Riesenbrücke. Die Kolonne setzte sich dann wieder gemeinsam in Bewegung. Über die Krahenhöhe fuhr man bis zum Kaisersaal, wo zum Abschluß des Tages das Festmahl eingenommen wurde.